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erster Teil Jackett Vogue V8890

Hier fehlen die Schulterpolster! sonst sitzt die Armkugel echt bescheiden…

die meisten Markierungen habe ich mit rotem Faden durchgeschlagen, Kreide oder Durchschlagpapier gehen nicht bei diesem Wollstoff.
Material:

  • Wollwebstoff 80% Wolle 20% Kashmir, sehr gutmütig in der Verarbeitung, muss auch nicht versäubert werden, da nur wenig fransig. also optimal für solch ein Projekt, lässt sich mit Kreide, bzw. Durchschlagpapier nicht dauerhaft markieren. Alle Markierungen müssen mit Faden durchgeschlagen werden( bis auf die Kerbmarkierungen)
  • Rosshaareinlage (meine Schwiegermutter hatte doch aus DDR Zeiten tatsächlich noch ein Stück übrig!),  echt schwierig zu bekommen eigentlich nur im Versandhandel. Fühlt sich an wie Jute, hat einen angenehmen Geruch nach Naturfasern. Gut geeignet für das Revers, da es nach dem Bügeln sehr gut seine Form behält. Leider nicht aufbügelbar, sie muss also mit Spannstichen aufgenäht werden. Ich sage Euch, hab mehr handgenäht als alles Andere! Wenn zwei Stoffschichten (im vorgebogenen Zustand) durch den Spannstich zusammengenäht werden, ergibt sich eine Spannung die diese Wölbung beibehält.
  • Filz aus Polyester für den Unterkragen, leider kein Naturmaterial

Das Schnittmuster :

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Vogue V8890 hat eine deutsche Anleitung dabei, ist im allgemeinen recht verständlich doch mit Vorsicht zu geniessen, im Zweifel hab ich immer mal wieder in Englisch nachgelesen und dann Ahaa! Das Schnittmuster hat 29 Teile , die meist in doppelter Lage zugeschnitten werden, eine echte Fleissarbeit!

Schwierigkeiten:

  • Paspeltaschen hatte ich bereits bei der Cabanjacke geübt, aber zeitweise kommen da echt so viele Schichten zusammen, daß ich nicht mehr durchgeblickt habe.
  • Um schöne Kanten und Übergänge zu bekommen erscheint es mir ziemlich wichtig Ecken und Kanten abgetreppt zurück zu schneiden.
  • Beim Bügeln  ist ein Bügelamboss und ein Bügelkissen eine wertvolle Hilfe
  • Was mich im Moment ausbremst ist die Frage der Schulterpolster ): . Ich brauche nämlich welche, damit die Schultern nicht so beulig aussehen, wie auf den Fotos ! Ich habe bereits etwas Volumenvlies an die Ärmelnaht genäht, aber das reicht natürlich nicht aus!
  • Irgendwie muss ich mir selber welche herstellen, vielleicht nach der Anleitung von Nahtzugabe??? mir ist aber trotzdem nicht so richtig klar welche Form und Grösse diese haben müssen???

Vielleicht brauche ich auch einfach mal etwas Abstand, ich hab da noch  so einen grün/schwarz gepunkteten Stoff der nach mir leise ruft! (und immer lauter werdend)

was alle Anderen Schneiderinnen so zaubern könnt zeigt euch Meike beim MeMadeMittwoch

5 Antworten auf „erster Teil Jackett Vogue V8890“

Ich glaube dir sofort das es wirklich sehr viel Arbeit ist und Fleißarbeit ist solch ein Jacket auf die Beine zu stellen, mir fällt es auch immer leichter Röcke oder etwas für die Kids zu nähen als für den Mann. Ziehe meinen Hut vor dir, Respekt!

Hallo Lucy, sehr aufmerksam von dir! Also du hast recht hier gibt es zwei die Nähen und auch die Sachen selber tragen. Sozusagen ein Nähnerd Kollektiv (Kelly Family??) , wobei es gar nicht so festgelegt ist, das der Mann nur Hosen und Anzüge näht. Das Nähen von Röcken ist gerade zum Anfang viel einfacher. Es kann gut sein, daß wir uns auf dem Markt oder in einer anderen Nähnerd-Hölle (Himmel) begegnen und ich glaube auch wir werden uns erkennen!Jedenfalls danke für den Tip in Charlottenburg, ich war erst vor ein paar Tagen in einem schönen Stoffladen in der Kantstr. Beim nächsten Besuch dort werde ich gleich einen Abstecher in die Schillerstr. machen. Ich glaube ich werde mir mal eine Einweisung über Schulterpolster von meiner Schwiegerma geben lassen, sie hat die Polster früher selber angefertigt (hat sie mir gestern erzählt) lg Paula

Ich bin gerade etwas verwirrt – du nähst das Jackett aber nicht für dich selbst? (dann ist es thematisch eigentlich nicht passend bei MMM). Oder gibt es tatsächlich noch einen nähen Mann neben Herrn Charming? Deine exakte Dokumentation hier und z. B. bei der Cabanjacke finde ich aber super! Jacken und Jacketts sind die Sparte, wo ich auf jeden Fall noch eine Menge dazulernen kann beim Nähen, daher lese ich sowas sehr gerne. Zu der Schulterpolsterfrage: Bei den selbstgemachten entwickelt man den Schnitt aus dem Schnitt von Vorder- und Rückenteil, an der Schulternaht zusammengelegt, und wie groß und dick man die Polster macht, ist dann auch Geschmackssache. Das ist eigentlich auch der Vorteil des Selbermachens: man kann sich auch ganz keine und dünne Polster machen, eben so, wie man es braucht. Bei so einem Männerjackett würde ich persönlich aber eher fertige Polster nehmen – ich habe da überhaupt keine Erfahrung, wie die beschaffen sein müssen, und würde mich daher darauf verlassen, dass die Polster aus dem Laden dann schon richtig sind. Ich schätze, dass man richtige Schneiderschulterpolster für Herrenjacketts in Berlin bei Yavas in der Schillerstraße 21 bekommt (Charlottenburg), die haben eigentlich alles, was Profi-Schneider auch verwenden. viele Grüße, und vielleicht sieht man sich mal auf dem Maybachmarkt? Lucy

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